Die Schulen zu Lambsborn und Bechhofen

1592 verfügte Herzog Johann von Pfalz-Zweibrücken, "dass uff den Dörfern, da es nit eigene Schulmeister hat, die Pfarrer Schul halten sollen". Unter diesen Schulorten wurde auch Lambsborn ernannt. Doch wurde hier erst 1609 eine sogenannte Pfarrschule gehalten. Zu dieser Zeit hatte der Ort 70 Seelen, während Bechhofen 75 Pfarrkinder besaß. Visitationsprotokolle von 1609 und 1624 erwähnen in Lambsborn eine Schule nicht. Erst die Schwedenzeit brachte eine solche wieder, denn 1712 berichtete Pfarrer Neußel an die königliche Regierung, "zu Lambsborn würde für das ganze Kirchspiel ein Schulhaus erbaut".

Der Schulbetrieb in Lambsborn war durch den 30-jährigen Krieg sehr gehemmt, da es, wie wir wissen, fast völlig zerstört war und "all sein Vieh, Schafe etc. verloren habe". Die Kirchspielschule wurde dann erst aufgemacht mit der Maßgabe, dass einige Orte zusammengeschlossen wurden, etwa so, dass der jeweilige Schulmeister das notwendige Einkommen hatte. Den Einwohnern der zusammengeschlossenen Ortschaften war nicht erlaubt, ihre Kinder in andere Schulen zu schicken. Mit der Wiedererrichtung der Pfarrei wurde anno 1711 die Schule vom Pfarrer bedient und im Herbst 1712 hat dann das Kirchspiel Lambsborn bei der zweibrückischen Regierung um Konferierung eines "Schulsalariums" gebeten und wurde diesem Ersuchen auch stattgegeben.

Der erste anerkannte Schuldiener war ein Ulrich Roland aus Wörschweiler, der den Schuldienst 1711 - 1727 versah. "Damit ein Mann den Schuldienst mit Vergnügen versehen möge wird von ihm erfordert, das er:

1. Korrekt Latein Deutsch lesen wisse
2. Den Kirchen Gesang wohl verstehe und singe
3. Die Kirchen Ornamenten und Bücher sicher und sauber verwahre
4. Alles Leinen Kirchen Zeug so oft wasche und bleiche als der Herr Pastor notwendig finden wird
5. Ebenmäßig den Altar, Leuchter und Ampel allzeit net halten
6. Den Chor jede Woche zweimal sauber kehre das übrige aber des Kirchengangs sowohl unten als oben alle vierzehn Tägig
7. Alle acht Tag frische Hostien anschaffe, wie auch die Kirchen Censores des Abgangs des Wachses und der gleichen erinnern zu gehöriger Zeit
8. Die Kerzen selbst Verfertigen

Was aber die Haltung der Schul betrifft soll er nach folgendem Artikular verpflichtet sein... solle er eine schöne Schrift führen, auch die Rechenkunst verstehen. Soll er auch vom ersten Oktober bis an Ostern dreimal in der Woche diejenige Kinder, welche fähig sein werden, nach Angaben seines Herrn Pastors den Coral zu lernen ein jedes mahl ein bequeme Zeit zu unterrichten. Solle er auch die Kinder, welche schreiben können, lehren, Schreiben, Briefe, Handschrift, Quittung und dergleichen nötigen Kleinigkeiten."

Neben dem erwähnten ersten Lehrer Roland waren ein Johannes Schaumlöffel aus Waldmohr von 1727 - 1737, dann wird für 1737 Philipp Zimmermann aus Einöd, für 1740 ein Peter Adam, 1758 ein Schulvikar Johann Jakob Keyser, 1759 Johann Jakob Bächle aus Lambsborn, auf den der Sohn Michael Bächle folgte, genannt. 1770 besaß Lambsborn 185 Seelen, während Bechhofen 125 Pfarrkinder zählte. Bechhofen hatte inzwischen 1760 für die protestantischen wie katholischen Kinder eine Winterschule eingerichtet, die 1770 von 125 Kindern inkl. denen der Neupeler Höfe besucht wurde. Als Gehalt für den Schuldiener wurden festgesetzt 7 Gulden Geld, Kost, Logis, Licht, Wäsche "und die schu zu schmeren" frei. Zur Lambsborner Hauptschule mussten weiter an Korn 1 Malter, 2 Fass und an Hafer 4 Fass geleistet werden, nach der Kammertaxe gewertet zu 7 Gulden ein bz. 4 Pf., doch wurde der Stelleninhaber nicht genannt. In Bechhofen versah von 1765 - 1767 der Kandidat Michael Adam den Schuldienst, 1784 der Einöder Kandidat Jakob Hollinger, 1790 der Lambsborner Johann Jakob Bächle und 1792 Neuberger, letzterer mit 19 Kindern. Wie die Schule so war auch die Anstellung der Schuldiener bzw. der Lehrer Sache der konfessionellen Gemeinde, als deren Vertreter der Geistliche fungierte. Seit 1818 war dann in Bechhofen die Winterschule für jede Konfession errichtet worden. Die Protestanten hatten bereits dort ein Schulhaus, 1889 wurde auch für die Katholiken ein eigenes gekauft. Auch die früheren Neupeler Höfe "Karlshöhe" und "Karlsthal" hatten zeitweilig einen Winterschuldiener. 1784 - 85 wirkte dort "ein Schulseminarist und Anfänger namens Ludwig Neumüller, der Sohn des Christian aus Mittelbach."

Heute besitzt Bechhofen ein ansehnliches großzügig ausgeführtes Schulhaus, welches im Jahre 1960 erstellt und im Jahre 1961 der Bestimmung übergeben wurde.