Die architektonische Gestalt unseres Gotteshauses

Bechhofen. Wenn heute unser neues Gotteshaus seiner Bestimmung feierlich zugeführt wird, müssen wir auch einen Blick auf die architektonische Gestalt der Kirche werfen:

Vor vier Jahren bereits begannen die ersten Planungen und Bauabsichten greifbare Formen anzunehmen, so dass der Tag nicht mehr fern sein konnte, an dem wir in unserem Dorf in unsere eigene Kirche gehen können. Seit Jahrzehnten wünschten sich die Gemeindemitglieder in Bechhofen das bereits, doch immer stand der Verwirklichung des Wunsches etwas im Wege. Schwere Zeiten und finanzielle Schwierigkeiten verzögerten den Bau um Jahrzehnte. Bis jetzt endlich ein Gremium beschloss, das Werk in Angriff zu nehmen. Viel geschah in den letzten vier Jahren. Oftmals sah es aus, als sei die Erfüllung unmöglich. Zu groß waren die Hindernisse, doch alles Schwere wurde überwunden durch den unerschütterlichen Glauben der Männer und aller Gemeindeglieder an Gott und ihr Werk. Nun sind Altar und Kanzel entstanden im neuen Gotteshaus in Bechhofen. Bald wird Gottes Wort verkündet werden und neues geistliches Leben wecken in der Gemeinde.

Beim Bau der Kirche wurde auf eine architektonische Harmonie der verwendeten Materialien geachtet, die dem rustikalen Stil der Umgebung angepasst wurden. In erster Linie wurden heimische Buntsandsteine und Holz verwendet, nur tragende Elemente wurden in Sichtbeton ausgeführt. Im Stil entspricht die neue Kirche einer modernisierten frühchristlichen Basilika, die aus einer einfachen Versammlungshalle entstand. Diese klare sachliche Form wird durch die stilisierte Inneneinrichtung des Kirchenschiffes unterstrichen. Nur ein Altarfenster, zum Süden gelegen, wurde in künstlerischer Glasmalerei mit dem Pfingstmotiv von dem Pfälzer Künstler Jürgens aus Godramstein gestaltet. Seine sonstige Wirkung erhält der Innenraum von dem schweren Gestühl aus Eichen- und Lärchenholz sowie aus einer gewundenen Treppe zur Empore.

Über der Eingangstür lagert ein gewaltiger Sandsteinblock, dessen Wuchtigkeit dem östlichen Giebel sein Gepräge gibt. Der Steinblock hat ein Gewicht von vier Zentnern. Der Glockenturm ist seitlich vom Hauptbau als freistehender Campanile errichtet, der sich 33 Meter über dem Straßenniveau erhebt. Auch der Turm ist außen mit Sandsteinblenden besetzt, so dass der Eindruck der Massivität gewahrt ist. Mit dem Schiff ist der Glockenturm durch die Sakristei verbunden.

Von besonderer Bedeutung für das evangelische Gemeindeleben sind die Gemeinderäume im Untergeschoß der Kirche, die von der Germannstraße zugänglich sind. Der Gemeinderaum ist 100 Quadratmeter groß und kann abgeteilt werden. Es ist auch möglich, darin einen Kindergarten einzurichten. Damit sind die Möglichkeiten für ein kulturelles Gemeindezentrum gegeben, was zu einer weiteren Befruchtung des Gemeindelebens und engerer Verbundenheit der Menschen führt.

Die Kirche erhebt sich auf einem Hügel im Germannstal, direkt in der Ortsmitte. 210 Sitzplätze sind vorgesehen; die evangelische Bevölkerung zählt zur Zeit 928 Seelen. Der Bauplatz misst 3200 Quadratmeter. Für den Kirchenbau wurden 260 Quadratmeter benötigt. Der Rest ist für Grünflächen vorgesehen und für einen geräumigen Parkplatz, der durch eine Sandsteinmauer abgegrenzt ist. Auch für öffentliche Veranstaltungen hat der Platz eine vorzügliche Lage. Vier Jahre dauerten die Vorbereitungen und die Bauausführung. Die Kosten für den Kirchenbau werden etwa 350.000 DM betragen. Entwurf und Planung sowie die Bauleitung der neuen Kirche lag in den bewährten Händen von Architekt Friedrich Sofsky aus Bruchmühlbach und seines Schwiegersohns Dipl. Ing. Eugen Zeller, Kaiserslautern.