Mallach wüte

- Eine Sage -

Zwei Männer aus Bechhofen arbeiteten im Forstbezirk "Hackbank". Der Waldhüter war bei ihnen. Er schnitt sich, als schwarze, unheildrohende Wolken aufzogen, ein Haselzweiglein und schob es in den Mund. Gleich darauf öffnete der Himmel seine Schleusen, Blitze zuckten, Donner krachten. Die drei flüchteten unter das schützende Blätterdach einer mächtigen Buche. Aber da fühlten sie sich nicht sicher, weshalb sie schon bald in langen Sätzen zur nahen Fichtenschonung eilten. Kaum hatten sie den Unterschlupf erreicht, als ein greller Blitz niedersauste, dem auf dem Fuß ein ohrenbetäubender Krach folgte. Die Buche war in der Mitte gespalten. Die beiden Männer waren so erschrocken, dass sie Reißaus nehmen wollten.

Doch der Waldhüter hielt sie zurück: "Keine Angst, ich bin ja bei euch! Mallach tut euch nichts. Er streitet sich wieder einmal mit den Karlsberggeistern. Habt ihr gesehen, wie sie davoneilten, als er seinen gefürchteten Donnerkeil unter sie warf? Seht, dieser Haselzweig hat uns drei beschützt. Ohne Zweig hätte er uns rücksichtslos unter der Buche erschlagen.“

Die beiden Männer glaubten in ihrer Angst gerne, was ihnen da der verschmitzte Waldhüter da vorgesetzt hatte. Sie blieben bis das Unwetter vorbei war und Mallach sich zu verdienter Ruhe niedergelegt hat.

Aufgefunden von Anneliese Hasenfratz in: Viktor Carl, Pfälzer Sagen, Landau/ Pfalz 1986 S.260 f.