Verkehrsverein

Zur geschichtlichen Vergangenheit von Bechhofen

Von Expositus Wendelin Fischer, Jahr 1953

Frühgeschichte und Namensdeutung

Mögen auch Kelten und Römer unser Tal schon gekannt haben, zur eigentlichen Besiedlung fanden sie wie auch später die Franken fruchtbareren Boden in besser zu erschließenden Gegenden. Bis zum Ende des 10. Jahrhunderts bedeckten Wälder und Heiden die Hügel ums Lambsbachtal. Wiesennamen wie Brühl oder Brüchel sagen uns noch heute, dass das Tal selbst ein sumpfiges Bruch war. Mönche haben an den günstigen Stellen am Anfang und Ende des Tales gearbeitet und arbeiten lassen (Mönchwiesen). Wo Seitentälchen für Wege, die größere Straßen und Siedlungen miteinander verbanden, einen günstigen Übergang zwischen den Hügeln hindurch zu Bruch und Blies boten, mag der eine oder andere Hof im Lambsbachtal schon früh errichtet worden sein.

Zwei uralte Straßen, schon Pfade oder Wege zur Kelten- und Römerzeit, kreuzten das Lambsbachtal. Die eine, von der Käshofer Höhenstrasse kommend, führte "am Harzbrünnchen" und "am Harzofen" vorbei herunter über die heutige Hauptstraße von Bechhofen nach Bruchhof und Homburg, die andere von Rosenkopf über den Neupel durchs Pfaffental zur Kaiserstraße bei Vogelbach und zum Glantal. Es ist offenkundig, dass die ersten Bewohner des Tales Hütte und Hof an den Kreuzungspunkten dieser Wege mit dem Lambsbach, also dort, wo Bechhofen und Neuplerhof später entstanden, errichteten.

Die ältesten Urkunden berichten nichts von einem Dorf, sondern nur von Wäldern zu Bechhofen. Diese waren wohl bis zum 11. und 12. Jahrhundert von alleiniger größerer Bedeutung. Wald, Heide und Bruch ernährten Kühe, Schafe und Ziegen. Der Ackerbau dürfte nicht allzu bedeutend gewesen sein und war im ausgehenden Mittelalter in unserer ganzen Gegend im Rückgang. Groß war Bechhofen nie. Im Jahre 1547 lebten in Bechhofen 21 Bauernfamilien. Aber immer rauschten seine Wälder. Diesen allein verdankt es aller Wahrscheinlichkeit nach seinen Namen, den es bis heute mit Stolz führt.

Muss es nicht auffallen, dass am erstgenannten Weg, der über unsere Dorfstraße nach Bruchhof führt, die Gewannen "am Harzbrünnchen" und "am Harzofen" liegen! Erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts, als man einsah, dass durch den mit neuen Früchten verbesserten Ackerbau mehr zu verdienen war als durch die bisher vorherrschende Viehwirtschaft, wurden allenthalben die Bauernhöfe aus den Tälchen und Klammen der Sickingerhöhe auf die fruchtbare Hochebene selbst verlegt. Die Dörfer verpflanzen sich immer mehr auf die "Höhe" mit ihren fetten Ackerböden. Damals sind wohl auch die stattlichen Wälder "am Harzbrünnchen" und "am Harzofen", durch welche die alte Straße führte, Äckern und Wiesen gewichen. Der Überrest dieser Wälder an den Abhängen zum Tal weist heute noch alle Arten der harzenden Nadelhölzer auf. Große Bestände an Pechtannen und Kiefern haben sich auch auf den sandigen Hügeln ("Köpfchen") westlich des Lambsbaches zum Saarbecken zu erhalten. Noch heute sieht man "am Holzkopf" an prächtigen alten Kieferbäumen die vernarbten Lachten, aus denen im ersten Weltkrieg Harz gezapft wurde. Harze sind auch heute unentbehrliche Grundstoffe, die allerdings nicht mehr bei uns gewonnen, sondern von Übersee eingeführt werden.

Eine Beschreibung der Gemarkung vom Jahre 1547 " Bechhofer Bann und Beriss" nennt bei der "Roten Holen" den "Escherofen". In holzreichen Gegenden wurde früher in Flammenöfen Pottasche (in Pötten verschickt) für Reinigungszwecke gewonnen.

Ob die Bestände der herrlichen Bechhofer Buchenwälder zum Teil in Äscherofen wanderten, soll hier nicht bewiesen werden. Auf Spaziergängen findet man hier viele runde Kohlplätze, auf denen einst die Meilerhaufen dampften. Diese beweisen jedenfalls, dass der Holzreichtum Bechhofens nicht nur an Koniferen, sondern auch an Buchen, an Ort und Stelle zu weiteren Produkten verarbeitet wurde: Im Meiler zu Holzkohle, im Äscherofen zu Pottasche, Harze und harzige Hölzer im Pechofen zu Pech und Holzteer. Pech und Teer fanden zum Verpichen der Fässer und des Schusterhanfes, zum Kalfatern der Schiffe, zu Lack und Leim u. a. m. ihre Verwendung. Kohlbrenner, Aschenbrenner, Pechbrenner: ehrsame Berufe, die mageren Lebensunterhalt bieten konnten und die Haltung einer kleinen Landwirtschaft forderten.

Die andere Straße über den Neuplerhof führte ebenfalls durch Wälder hinüber ins Glantal zum Remigiusland. Es ist urkundlich bezeugt, dass die Remigiusleute schon vor rund 1100 Jahren den Klosterkellereien von Reims in der Champagne Pech (lat. pix) liefern mussten, das man zum Verpichen der Weinfässer brauchte. Ob nicht auch die Benediktiner von Hornbach oder das Zisterzienserkloster Wörschweiler oder auch weltliche Herren zum gleichen Zweck Pech benötigten, Pech von den Wäldern "am Pechofen" im Lambsbachtal!

Der Name Bechhofen hat verschiedene Deutungen gefunden. Die bekannteste ist "Bekohofen"; das wäre: Siedlung, Hof eines fränkischen Freien mit dem Personennamen Beko. Diese Auslegung verliert immer mehr Freunde. Wie eingangs gesagt wurde, war zur Zeit der Besitznahme und des Ausbaues unserer Pfälzer Heimat durch die Franken das Gebiet ums Lambsbachtal noch mit Wald und Heide bedeckt. Die Franken fanden fruchtbarere Gegenden zum Siedeln. Bisher wurden keine frühfränkischen Urkunden über Bechhofen entdeckt. Die alte Schreibweise des Ortsnamens lautet bis zum Jahre 1802 auf das Wort „Oven“ und nicht auf Hof. Der selige Pfarrer Schang, der unser altes Kirchlein erbaut hat, schreibt zuerst noch Bechowen, dann nach 1802 Bechhofen.

Der bekannte Heimatforscher Dr. E. Christmann hat sich aus sprachgeschichtlichen Gründen für unsere Deutung entschieden und die Auslegung Beko-hof widerlegt.

Der Wald, von dem Bechhofen umgeben ist und der seine Schönheit mitbedingt, spielt wie zu allen Zeiten auch in unsern Tagen eine Rolle. Früher stritten sich Klöster und Herren und dann Bauern um Grenzsteine, Jagd- und Weidrechte. In unseren Tagen wurden große Grenzsteine gesetzt mitten durch die prächtigsten Wälder und Saarstaat und das Land Rheinland-Pfalz sind eifrig darauf bedacht, keinen Meterbreit Wald zu verlieren. Der Bergmann und Hüttenmann aber, der seinen Heimweg von schwerer Arbeit durch diese Wälder nimmt, pustet sich die staubige Lunge aus und nimmt sich sein Brennholz mit, um im Winter einen warmen Ofen zu haben. Und des Sonntags besingen die Bechhofer ihr Heimatdorf als "Waldesbraut im Lambsbachtal".

So gedeutet, ist der Ortsname "Pechofen" zugleich die Ortsgeschichte von den ersten Anfängen bis heute! Der Bechhofer ist stolz auf diesen Namen und lieb sein Heimatdorf. Mit dem übertragenen Sinn von "Pech" als Missgeschick hat unser Dorf höchstens in neuester Zeit als Grenzdorf etwas zu tun.

Die Pechtanne und der sonst unbekannte große Ofen zur Gewinnung der seltenen Harzprodukte waren die charakteristischen Merkmale, die der Lage der Wälder und der ersten Ansiedlungen der Waldbauern und Pechbrennern an der uralten Waldstraße sehr wohl den Namen geben konnten. Als Ritter Sigismund von Bechhofen im 14. Jahrhundert seinen Namen schreiben lernte, hatte das kleine Dörfchen längst seinen festen Namen. Die älteste Form des Wortes von 1304 "Bechoven" und der heutige Volksmund "Bechoowe" ("Pech" wird seit 1000 Jahren wie "Bech" gesprochen) stimmen zusammen und sprechen dafür, dass der Ort bei einem ehemaligen Pechofen bzw. an der Stelle eines solchen erstand.

Eine Pechtanne oder eine Lachte als Zeichen der Waldgegend und ein Harzofen (wie mag er wohl ausgesehen haben?) als Anfang der Siedlung Bechhofen dürften bei der Wahl eines Ortswappens oder Siegels einen gewissen Anspruch auf heraldische Verwertung verdienen.

 

Neupler Höfe

Die Neupler Höfe sind seit 1811 Wüstung. Wo einst der Obere Neupler Hof stand, grüßt noch ein uralter mächtiger Mostbirnenbaum ins Lambsbachtal herunter. Den zweitletzten Baum aus dem ehemaligen Garten hat der Sturm gebrochen. Am Rech wachsen einige verwilderte Stachelbeerstauden: Die einzigen Zeugen einer verschwundenen Menschensiedlung, die einen über 400-jährigen Bestand hatte. Heute geht der Pflug über die Orte, wo einst Menschen ihr häusliches Glück fanden. Vom Unteren Neupel zeugt weder Stock noch Stein.

Wohl seit Menschen in unserer Gegend leben, führt ein Weg vom Rosenkopf über den hinteren Winterberg (früher Widderberg) an der Stelle, wo der Obere Neupelhof stand, vorbei, hinunter über den Lambsbach und durch das Pfaffental zur Kaiserstraße und zum Glantal. Wo Weg und Tal sich kreuzen, auf einem sanft ansteigenden Bühl, erstand, ganz ähnlich wie Bechhofen, die erste Siedlung mit dem Namen Neupel. Der Name erscheint in seiner ersten Form im Jahre 1389 al Nicpel. Wir müssen vermuten, dass der Name zuerst Nikenbuhil hieß; und vor der ersten schriftlichen Nennung bereits über Nikenboehel und Nikboehl zu Nicbel bzw. Nicpel abgeschwächt und zusammengezogen war. Wir hätten dann mit der Entstehung einer Siedlung auf oder bei einem "Buehl des Niko" zu rechnen. Der Rufname Niko ist für das 11. Jahrhundert als Kurzform zu Nikbod nachgewiesen (s. Christmann). Neun Flurnamen in der Gemarkung Bechhofen (Oberster und Unterster Neupel, Neupler Tälchen, Neupler Delle, Neupler Schlag u. a.) erinnern heute noch an diese Hofsiedlung. Der Hof stand auf der Gewanne "Hinterm Neupler Hof" - Katasternummer 90.

Die Senkung in den angrenzenden Wiesen sammelte die Wässerlein für den Neupelwoog, aus dem der fischlose Lambsbach zum Krummen-Woog (wo schon im 16. Jahrhundert eine Mahlmühle stand) und weiter zum Mehr-Woog floss.

Im Jahre 1389 wird der Neupelhof zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt. Der Edelknecht Lambrecht Streuff von (Blies) Castel, der Schwiegersohn des Ritters Johann von Bundenbach, stiftete zum Altare der Burgkapelle in Bundenbach eine Messe und begabte diese u. a. mit Gütern zu Neupel.

Als im 16. Jahrhundert der intensive Ackerbau die reine Viehwirtschaft verdrängte, machte sich auch hier, wie auf der ganzen Sickingerhöhe, die Unzweckmäßigkeit der Tallage fühlbar. Deshalb wurden auf dem links des Lambsbachs gelegenen sehr fruchtbaren Hochplateau - am Holzberg- neue Wirtschaftsgebäude errichtet, die die Bezeichnung "Oberer Neupel" erhielten zum Unterschied von der Talsiedlung, die nun "Unterer Neupel" hieß; und zu einem Herrensitz umgestaltet wurde.

1595 trat Friedrich von Steinkallenfels den Hof Neupel an Herzog Johann I. von Zweibrücken im Gütertausch ab.

1690 behaupteten die Herren von Steinkallenfels, dass vorangeführter Gütertausch nicht zustande gekommen sei und gaben den öd liegenden Hof in Temporalbestand.

1704 wird der reichsfreie und vom Zehnten befreite Neupler Hofbezirk den Zweibrücker Handelsleuten Gebr. Ehrmann verkauft. Diese errichteten den Hof wieder.

1731 schenkte Herzog Gustav Samuel von Zweibrücken den Hof seiner Gemahlin Luise "in Anerkennung der von ihr während seiner Krankheit bezeugten Liebe".

1745 verstarb die Herzogin, und der Neupel fiel an Zweibrücken zurück.

Später beschenkte Herzog Karl August II. seine Gattin Maria Amalie mit diesem Hof. Wie er den "Königsbücherhof", das heutige Dorf Bruchhof, in "Karlsgebrücherhof" umbenannte, so gab er auch diesen Höfen neue Namen. Aus dem Unteren Neupel wurde der "Karlsthaler-", aus dem Oberen Neupel der "Karlshöherhof". Das Volk aber hielt an den alten Bezeichnungen fest. So erklärt sich auch, dass nach der Karl-August-Zeit (Karlsberg!) der Hof wieder unter seinem alten Namen erscheint.

1805 veräußerte die Herzogin Anna Amalie den Hof an den Frankfurter Kammerdirektor Boehmer um 12 008 Gld.

1811 erwarben von diesem die Güterhändler Mathieu und Thiebauld den Hof und veräußerten denselben samt den dazugehörigen Gütern, Äckern und Wiesen parzellenweise unter die Meistbietenden zu Lambsborn, Bechhofen und Rosenkopf, welche auch die Höfe als ihren Interessen zuwider abrissen und die Materialien versteigern ließen.

 

Bevölkerung von Bechhofen

Der kurze Abriss der Geschichte der Neuplerhöfe gibt uns einen Einblick in die wechselvolle, harte Vergangenheit der Bevölkerung unserer Westricher Heimat. Der 30-jährige Krieg hat unsere Dörfer "depeupliert", d. h. menschenleer gemacht. Ganze Siedlungen sind durch Kriegs- oder Zeitschäden verwüstet worden und von der Erdoberfläche verschwunden. Die Menschen waren geflohen oder umgekommen. Auch unsere Dörfer wie Lambsborn, Bechhofen, Kirrberg oder Wiesbach waren jahrzehntelang fast oder ganz menschenleer und mussten neu bevölkert werden. So ist es zu erklären, dass in den Dörfern am Lambsbach nur ganz wenige Familien länger eingesessen sind als 200 bis 250 Jahre. Diese stammen von den wenigen Heimkehrern aus den furchtbaren Kriegen ab. In Lambsborn stand nach dem 30-jährigen Krieg nur noch ein einziges Haus, das Gotteshaus, in dem ein Rückkehrer ein Jahr lang hauste.

1676/77 zogen die Franzosen (Ludwig XIV., 2. Reunionskrieg) kriegführend durch Lambsbachtal. Nach dem 30-jährigen Kriege hatte Frankreich praktisch das Zweibrücker Land im Besitz bis zum Ryswicker Frieden 1697.

Woher stammt nun die heutige Bevölkerung von Bechhofen? Wie gesagt, war Bechhofen nach dem 30-jährigen Krieg ein allenthalben zerstörtes und zerfallenes Dörfchen ohne Einwohner. Die allerersten heute noch vorhandenen Namen tauchen in der schlimmen Franzosenzeit und der Zeit danach auf. Es sind dies z. T. die Namen der Bechhofer Bauern. Alle Vorfahren unserer Dorfbevölkerung sind eingewandert oder zugezogen und zwar frühestens kurz vor oder nach 1700. Viele Familiennamen lassen auf die Herkunft der ersten Bechhofer schließen. Da kamen um das Jahr 1700 nach Wiesbach "die welche katholische neue Leute" aus dem französischen Lothringen. Da kamen - nicht immer direkt aus der Schweiz - katholische und evangelische Schweizer an, die durchaus nicht alle des Glaubens wegen ausgewandert waren, sondern einzig und allein deswegen, weil die Schweiz überbevölkert und unser Gebiet entvölkert war. Da wanderten Luxemburger ein und Menschen aus deutschen Gauen und pfälzischen Gegenden. Die Herzöge von Zweibrücken mühten sich um Einwanderer. Später machten sich Soldaten vom Karlsberg hier ansässig. Bis auf unsere Tage hielt der Zustrom an und brachte zuletzt Menschen aus dem Norden und Osten unseres Vaterlandes. Es ist nur zu gut zu verstehen, dass die verschiedenartige Abstammung der Bewohner ihre Einflüsse auf die Mentalität derselben ausübt.

 

Schulen und Schulhäuser

Sommer- und Winterschulen

Auch unsere Schulen haben ihre interessante und lehrreiche Geschichte, weshalb ihr hier einige Worte gewidmet werden sollen. Bis zur Einführung der Winterschule in Bechhofen ums Jahr 1760 gingen die prot. und kath. Kinder, deren Eltern auf Schulbildung überhaupt bedacht waren, in die Lambsborner Schule. Die Sommerschule, die 1711 in Lambsborn eingeführt worden war, wurde auch weiterhin von unseren Kindern besucht.

Umwandlung der reformierten und katholischen Winterschule in eine prot. und kath. deutsche Konfessionsschule in Bechhofen

Vor dem Jahre 1818 war in Bechhofen für jede Konfession eine Winterschule errichtet. Die Protestanten hatten bereits ein Schulhaus, die Katholiken nicht. Die Streitfrage war nun, ob alle Kinder in ein Schulhaus gehen oder zwei Schulen mit festbesoldeten Lehrern errichtet werden sollten. 1824 forderten Katholiken wie Protestanten ihre Konfessionsschule mit eigenem Lehrer. 1829 entschied den mehrjährigen Streit ein bislang wenig beachteter Faktor: die Kinderzahl. Die zwei Winterschulen hatten zusammen 100 Kinder. Bechhofen brauchte also zwei Schulen. Für die Katholiken wurde 1829 ein Schulhaus gekauft. Den Anstoß zu dieser Lösung der Schulfrage in Bechhofen gab die prot. Lokalschulinspektion in Lambsborn. In der Schulhausfrage handelte der damalige Gemeinderat paritätisch, indem er für das kath. und das prot. Schulhaus gleiche Mittel zur Verfügung stellte. Die reformierte und die kath. Winterschule ware somit in eine prot. und kath. deutsche Konfessionsschule umgewandelt.

Errichtung der 3. Schulstelle

Durch die stets wachsende Kinderzahl bedingt machten sich die Dorfältesten 80 Jahre später, die Jahre vor 1911, erneut Gedanken über die Errichtung einer weiteren, dritten Schulstelle. Abermals gaben die Kinder den Ausschlag. Dass auch die Schulgeschichte die Dorfgeschichte widerspiegelt, mögen folgende Angaben veranschaulichen. Im Jahre 1885 zählte Bechhofen 670 Einwohner; 1900 bereits 939 und 1905 (in dieser Zeit wurde viel gebaut) 917 Seelen. In wenigen Jahren musste sich die Kinderzahl verdoppelt haben. In Beachtung der Tendenz zur stetigen Aufwärtsentwicklung von Bechhofen wurde 1911 ein entscheidendes Wort gesprochen: Die Konfession, die in den kommenden drei Jahren die meisten Schulkinder hat, bekommt den ersten Lehrer. Nun hatten in den Jahren 1912 bis 1914 die Protestanten: 73: 73; 71 Kinder und die Katholiken: 78; 92; 96 Kinder (die Protestanten hatten sonst meist einige Kinder mehr). Der erste Lehrer auf der 3. Schulstelle war katholisch, der zweite evangelisch!

Welcher Art die 3. Schule war, besagt der Regierungserlass vom 2. Mai 1911: "Um beide Schulen (kath. und prot.) zu entlasten, wird.... eine 3. Lehrstelle (Hilfslehrerstelle) mit der Bestimmung errichtet, dass sie als gemeinsame konfessionelle Unterschulabteilung f. d. Kinder der 1. und 2. Klasse der dortigen kath. und prot. konfessionellen Schule zu gelten hat, abwechselnd mit einem kath. und prot. Hilfslehrer zu besetzen und abwechselnd als kath. und prot. Schule (Bestandteil der konfessionellen kath. und prot. Oberschule) anzusehen ist; bei der Errichtung der 4. Lehrstelle werden die Konfessionsschulen wieder rein durchgeführt werden." Damit war die Sicherheit fü r die Erhaltung der Konfessionsschule in Bechhofen, für die sich Protestanten und Katholiken seit hundert Jahren und mehr so eifrig bemüht hatten, gegeben. Das neue Schulhaus wurde gebaut, zunächst einstöckig. Als man 1930 die 4. Lehrstelle errichtete, wurde das neue Schulhaus aufgestockt, sodass heute die Bechhofer Kinder in vier schönen Schulsälen von zwei kath. und zwei prot. Lehrkräften unterrichtet werden. Die Gemeinde Bechhofen hat nur noch die eine Sorge, recht bald für alle Lehrer entsprechende Lehrerwohnungen zu bauen.

 

Hinweis: Ausführliche Informationen zur Dorfgeschichte finden Sie im 432-seitigen Buch „800 Jahre Bechhofen - Beiträge zur Dorfgeschichte", das 1991 zur 800-Jahrfeier herausgegeben wurde. Herausgeber: Historische Arbeitsgemeinschaft Bechhofen-Pfalz in Verbindung mit der Gemeinde Bechhofen / Druck und Verlag: Conrad+Bothner, Zweibrücken

Die Schulen zu Lambsborn und Bechhofen

1592 verfügte Herzog Johann von Pfalz-Zweibrücken, "dass uff den Dörfern, da es nit eigene Schulmeister hat, die Pfarrer Schul halten sollen". Unter diesen Schulorten wurde auch Lambsborn ernannt. Doch wurde hier erst 1609 eine sogenannte Pfarrschule gehalten. Zu dieser Zeit hatte der Ort 70 Seelen, während Bechhofen 75 Pfarrkinder besaß. Visitationsprotokolle von 1609 und 1624 erwähnen in Lambsborn eine Schule nicht. Erst die Schwedenzeit brachte eine solche wieder, denn 1712 berichtete Pfarrer Neußel an die königliche Regierung, "zu Lambsborn würde für das ganze Kirchspiel ein Schulhaus erbaut".

Der Schulbetrieb in Lambsborn war durch den 30-jährigen Krieg sehr gehemmt, da es, wie wir wissen, fast völlig zerstört war und "all sein Vieh, Schafe etc. verloren habe". Die Kirchspielschule wurde dann erst aufgemacht mit der Maßgabe, dass einige Orte zusammengeschlossen wurden, etwa so, dass der jeweilige Schulmeister das notwendige Einkommen hatte. Den Einwohnern der zusammengeschlossenen Ortschaften war nicht erlaubt, ihre Kinder in andere Schulen zu schicken. Mit der Wiedererrichtung der Pfarrei wurde anno 1711 die Schule vom Pfarrer bedient und im Herbst 1712 hat dann das Kirchspiel Lambsborn bei der zweibrückischen Regierung um Konferierung eines "Schulsalariums" gebeten und wurde diesem Ersuchen auch stattgegeben.

Der erste anerkannte Schuldiener war ein Ulrich Roland aus Wörschweiler, der den Schuldienst 1711 - 1727 versah. "Damit ein Mann den Schuldienst mit Vergnügen versehen möge wird von ihm erfordert, das er:

1. Korrekt Latein Deutsch lesen wisse
2. Den Kirchen Gesang wohl verstehe und singe
3. Die Kirchen Ornamenten und Bücher sicher und sauber verwahre
4. Alles Leinen Kirchen Zeug so oft wasche und bleiche als der Herr Pastor notwendig finden wird
5. Ebenmäßig den Altar, Leuchter und Ampel allzeit net halten
6. Den Chor jede Woche zweimal sauber kehre das übrige aber des Kirchengangs sowohl unten als oben alle vierzehn Tägig
7. Alle acht Tag frische Hostien anschaffe, wie auch die Kirchen Censores des Abgangs des Wachses und der gleichen erinnern zu gehöriger Zeit
8. Die Kerzen selbst Verfertigen

Was aber die Haltung der Schul betrifft soll er nach folgendem Artikular verpflichtet sein... solle er eine schöne Schrift führen, auch die Rechenkunst verstehen. Soll er auch vom ersten Oktober bis an Ostern dreimal in der Woche diejenige Kinder, welche fähig sein werden, nach Angaben seines Herrn Pastors den Coral zu lernen ein jedes mahl ein bequeme Zeit zu unterrichten. Solle er auch die Kinder, welche schreiben können, lehren, Schreiben, Briefe, Handschrift, Quittung und dergleichen nötigen Kleinigkeiten."

Neben dem erwähnten ersten Lehrer Roland waren ein Johannes Schaumlöffel aus Waldmohr von 1727 - 1737, dann wird für 1737 Philipp Zimmermann aus Einöd, für 1740 ein Peter Adam, 1758 ein Schulvikar Johann Jakob Keyser, 1759 Johann Jakob Bächle aus Lambsborn, auf den der Sohn Michael Bächle folgte, genannt. 1770 besaß Lambsborn 185 Seelen, während Bechhofen 125 Pfarrkinder zählte. Bechhofen hatte inzwischen 1760 für die protestantischen wie katholischen Kinder eine Winterschule eingerichtet, die 1770 von 125 Kindern inkl. denen der Neupeler Höfe besucht wurde. Als Gehalt für den Schuldiener wurden festgesetzt 7 Gulden Geld, Kost, Logis, Licht, Wäsche "und die schu zu schmeren" frei. Zur Lambsborner Hauptschule mussten weiter an Korn 1 Malter, 2 Fass und an Hafer 4 Fass geleistet werden, nach der Kammertaxe gewertet zu 7 Gulden ein bz. 4 Pf., doch wurde der Stelleninhaber nicht genannt. In Bechhofen versah von 1765 - 1767 der Kandidat Michael Adam den Schuldienst, 1784 der Einöder Kandidat Jakob Hollinger, 1790 der Lambsborner Johann Jakob Bächle und 1792 Neuberger, letzterer mit 19 Kindern. Wie die Schule so war auch die Anstellung der Schuldiener bzw. der Lehrer Sache der konfessionellen Gemeinde, als deren Vertreter der Geistliche fungierte. Seit 1818 war dann in Bechhofen die Winterschule für jede Konfession errichtet worden. Die Protestanten hatten bereits dort ein Schulhaus, 1889 wurde auch für die Katholiken ein eigenes gekauft. Auch die früheren Neupeler Höfe "Karlshöhe" und "Karlsthal" hatten zeitweilig einen Winterschuldiener. 1784 - 85 wirkte dort "ein Schulseminarist und Anfänger namens Ludwig Neumüller, der Sohn des Christian aus Mittelbach."

Heute besitzt Bechhofen ein ansehnliches großzügig ausgeführtes Schulhaus, welches im Jahre 1960 erstellt und im Jahre 1961 der Bestimmung übergeben wurde.

Evangelische Kirchengeschichte Bechhofen - Die Lambsborner Pfarrer seit der Reformation

Der erste reformierte Pfarrer des Kirchspiels Lambsborn war einer unbekannten Namens, der vor 1552 amtierte. "Er beklagte sich wegen Vogelbach, dass vor Zeiten eine eigene Pfarrei war.". Ihm folgte Theobald Rörich von 1552 - 1555, der "Herr Dibold" genannt wurde und 1555 - 56 in Glanmünchweiler amtierte. Nach einem Auszug des dortigen Ratsbuches "de anno 1555 vom 3. Martii" ist "von Schultheiß, Schöffen, Kirchgeschworenen und ganzem Kirchspiel zu Münchweiler, demnach sie lang ohne einen christlichen evangelischen Prediger gewesen und eines gottseligen Pfarrers ganz begierig wären, ein gewisser  Herr Dibolt von Lambsborn zum Pfarrer von Münchweiler dringend begehrt worden, welchem Begehren durch obigen Extractus vom 3. Martii de anno 1555 durch einen gnädigen Fürsten und Herrn und den Statthalter entsprochen wurde.

Mittwochs den 6. Martii ist durch Statthalter Johann von Schwarzenberg, Doktor Ulrichen und Hainrichen von St. Ingbrecht weiter beschlossen worden:
Es ist hievor geschlossen, dieweil die Untertanen von Münchweiler des Pfarrers von Lambsborn heftig begehren und er selbst hievor dahin begehrt hat, dass man ihn, unangesehen, was die von Lambsborn sich vernehmen lassen, erlauben soll. Darum und damit Lambsborn wieder versehen werde, so soll der Rabus, so zu Lautern Urlaub genommen und sich zum Kirchendienst hie anbeutet, auch eine ziemliche Predigt in der Pfarrkirchen alhie getan hat, zur Pfarr Lambsborn geordnet werden, also dass er dieselbig treulich, christlich und wohl versehe. Wo er sich recht halte, wolle man ihm auch guten Schutz und Handhabung beweisen; womit soll er wissen, dass man ihn annovieren werde.

Nota! Der Landschreiber zu Zweibruck soll Herr Dibolten zu Lambsborn diese Meinung anzeigen, auch er, der Landschreiber, gut Achtung tun, dass er das Pfarrhaus in Bau stelle, wie er es funden hat". Laut Biundos "Palatina sacra" folgte auf Pfarrer Rörich für 1562 einer namens Petri, denn in diesem Jahre bittet Adam Petri "des Pfarrers zu Lambsborn Bruder" um einen Pfarrdienst.

Dessen Nachfolger wurde dann 1555 - 1565 Johannes Christian Rabus von Kaiserslautern. Dieser war von 1553 - 54 Pfarrer in Nonnenweiher, wurde 1554 zusammen mit Pantaleon Blasius vom Straßburger Kirchenkonvent zur Reformation der Pfalz nach Kaiserslautern abgeordnet, bewarb sich 1555 um die Pfarrei Glanmünchweiler, kam aber dort nicht zum Zuge, sondern nach Lambsborn, wo er ab 1556 schon die Nachfolge "Herrn Dibolds" angetreten haben muss so dass der genannte Petri als solcher nicht der 3. Pfarrer war, sondern es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Adam Peter Rabus, Bruder des Pfarrers Johannes Rabus, drehte. Ein Sohn des Lambsborner Pfarrers Rabus soll Landwirt gewesen sein, so dass dadurch eine längere Amtszeit des Pfarrers in Lambsborn angenommen werden kann. Ob er ein Bruder des 1523 im Memmingen geborenen Dr. Ludovicus Rabus, 1544 Hilfsprediger und 1548 Prediger in Straßburg und 1556 - 90 Pfarrer und Superintendent in Ulm war? Nebenbei waren die beiden Söhne des oben genannten Pfarrers Rörich Johann und Wilhelm 1565 und 1573 Stipendiaten des Hornbacher Gymnasiums.

Der Meisenheimer Crispinus Einöd, dort 1539 als Sohn des Hans Einöd geboren, war in Lambsborn zuerst Verweser und dann von 1565 - 70 Pfarrer. Nach Besuch der Lateinschule seines Geburtsortes, war er 1558 auf dem Zweibrücker Gymnasium, dann von 1559 - 62 Stipendiat zu Hornbach. 1562 studierte er in Tübingen, wurde 1564 in Zweibrücken geprüft und kam wie oben gesagte nach Lambsborn, wo er auch starb. Der Bericht einer Kirchenvisitation von 1565 schriebt uns: "Zu Lambsborn, wo Crispianus Einödt stund, der nebst Lambsborn noch Bechhofen und Mulenbach und Vogelbach; von letzterem ist das Kloster Wersweiler, von jenen drei Orten Hornbach Collator - in seiner Pfarrer hatte, sind die Visitatoren L. Henr. Schweble, D. gall Tuschelin und Herr Chunmann, Superattendus usw. angekommen und huelten den 6. als den Sonntag die Visitation (6. April). Zum ersten klagt (der Pfarrer) nichts von seiner Competenz; allein wölle der Schaffner zu Hornbach 1 mltr Kess (ein Malter Käse) von ihm jehrlichts haben, da doch zu beweisen, dass keiner Pfarrer in 30 oder mehr Jahren nicht gegeben - Bitt und Verhelfung."

Einöds Nachfolger in Lambsborn war von 1570 - 1589 (?) Jakob Bender. Über ihn war weiteres nicht zu erfahren. Während seiner Amtszeit studierte 1581 der Lambsborner Jakob Drautmann alias Sartor in Hornbach. Von 1589 - 1594 amtierte in Lambsborn dann Johannes Fönilius. Er stammte von Wetter bei Marburg, war - auch Cussellanus genannt - Sohn des Rektors Fönilius. Von 1564 - 69 war er Stipendiat der Hornbacher Schule, wurde dann Hauslehrer bei Graf Philipp Franz von Oberstein, Schulmeister in Lauterecken, Pfarrer in Oberkirchen, 1575 - 78 Diakon in Kusel, 1578 - 85 Pfarrer in Medard, 1585 - 89 zweiter Pfarrer in Zweibrücken und kam von da nach Lambsborn. Im Anschluss daran kam er nach Altenglan, wo er von 1594 - 1623 amtierte und seit 1617 auch Kurator des Kuseler Kuralkapitels war. Er starb am 25. März 1623. Seine Tochter Elisabeth heiratete 1617 den Trompeter Ernst Clementz in Zweibrücken. An der 1. Synode am 13. April 1592 zu Zweibrücken nahm der Pfarrer nicht teil, denn eine Notiz besagt: "Der Pfarrer zu Lambsborn wurde für sein Fernbleiben mit 1 Gulden in die Bibliothekskasse... bestraft.".

Auf ihn folgte von 1594 - 1620 M. Hermann Agricola (Ackermann). Er stammte von Fritzlar in Hessen, studierte in Marburg und Heidelberg, wo er Magister wurde und dann Kollaborator in Weinheim. 1594 war er Subdiakon in Meisenheim am Glan, von wo er dann nach Lambsborn kam. Im Anschluss daran nach Waldmohr, wo er vor 1636 starb. Seine beiden Söhne Johann Heinrich, Lambsbornensis und Johann Bartholomäus, Lambsbornensis studierten 1610 bzw. 1618 in der Hornbacher Schule. In einem Bericht lesen wir von ihm: "Zum Closenborn, zwischen Vogelbach und Erbach gelegen, geschieht jährlich eine Wallfahrt, besonders von Schäfern, die dort auf Pfingsten auch einen Tanz halten. Philipps Hans von Bechhofen spricht den Segen über das kranke Vieh." Und "Anno 1609 hatte Agricola zu Lambsborn 70, zu Bechhofen 75, zu Vogelbach 62, zu Mühlbach 89, auf dem Neupel und auf der Mühle ufm krommen wog (Krummwoggsmühle) 10, Summa 306 Seelen.-".

In der Zeit von 1636 bis 1697 wurden die Pfarreien Lambsborn und Wiesbach mit der Pfarrei Waldmohr vereinigt. In dieser Zeit amtierten als Pfarrer in Waldmohr, also auch für Lambsborn 1661 - 1670 der in Hornbach geborene Johann Paul Müller, von 1673 - 1676 Laurentius Lentz, in Bremen geboren; von 1682 - 1689 Johann Ludwig Rothenbühler, ein geborener Berner, von 1689 - 1694 der aus Kaiserslautern stammende Nikolaus Braun und von 1694 - 1712 Wilhelm Ludwig Euler, der aus Zweibrücken stammte. Während dieser Zeit bemühte sich der Hornbacher Klosterschaffner Koch z. B. die leere Klosterkasse wieder aufzufüllen und schreibt: " Es hat (früher) ein jeder Pfarrer zu Lambsborn von des Klosters Hornbachs Teil Fruchtzehnten in solch Pfarr 7 Gulden 12 Batzen und für 1 Malter Korn, davon 32 sind, 1 Gulden 1 Batzen und 14 Pfennig, zusammen 8 Gulden 13 Batzen 14 Pfennig in die Schaffnei Hornbach ausgericht. Und nur lange Zeit weg des verderblich Kriegswesens und Landesruin nichts eingegangen. Demnach aber nun die Zehnten von Jahr zu Jahr sich verbessern und wieder ein Zeitliches ertragen, solche nunmehr auch zur Kirchschaffnei zu Zweibrücken gezogen worden: als ist die Billigkeit, dass dem Kloster die Gebühr dann wieder entricht werdt, in Betrachtung vom Kloster Hornbach der Krichcorusbau zu Lambsborn in Bau erhalten und sonsten anders keine Gefäll daselbsten als geringe Hubzins, so auch nit einzubringen..." Und dann: "Die Einwohner zu Lambsborn haben berichtet, dass die Kirche, die vom Kloster Hornbach in Bau erhalten wird, baufällig sei. Er war mit dem Zimmermann von Käshofen selbst dort und hat Augenschein genommen, ob man die Kirche vor dem gänzlichen Einsturz bewahren könne. Es sieht bös genug aus. Der ganze Dachstuhl ist meistenteils faul, die Ziegeln abgehoben. Soll die Kirche überhaupt repariert werden, so muss ein neuer Dachstuhl drauf.-".

Aus einem Klagebrief des Pfarrers Müller in Waldmohr vom 19. Oktober 1667 ist zu ersehen, dass die Lambsborner Kirche zu dieser Zeit noch nicht wiederhergestellt war. Ihm war der Weg nach Wiesbach zu weit, denn "die Soldaten der Homburger Garnison, machen die Gegend unsicher, durch die er reiten muss. Entweder soll man ihm die Pfarrei Wiesbach abnehmen oder die Lambsborner Kirche reparieren.". Über die Kirche selbst dann an anderem Platze ausführlicher.

Als erster Pfarrer nach der Wiederherstellung der Lambsborner Kirche soll sich der Schweizer Johannes Ringli, der bis 1689 Diakon in Bischweiler, 1689 - 1693 Pfarrer in Mimbach, 1693 - 1696 Schulmeister und Diakon in Obermoschel. 1696 - 1710 Pfarrer in Rumbach und 1713 Schulmeister in Mimbach war, beworben haben. "Er würde Lambsborn gerne annehmen. Aber bei seiner Widersetzlichkeit nach oben, bei seinen Intriguen und seiner Verlogenheit ist nichts Gutes von ihm zu hoffen. Auch müsste er zuerst ordiniert werden. Lambsborn soll mit einem tüchtigen Subjekt besetzt werden." An seiner Stelle wurde dann von 1698 - 1700 Philipp Gottfried Geissel nach Lambsborn berufen. Er war Doktor der Theologie und stammte von Hornbach als Sohn des dortigen Pfarrers Johann Peter Geissel. Er war von 1692 - 1698 Pfarrer in Waldfischbach, nach Lambsborn von 1700 - 1708 in Leinsweiler, 1708 - 1726 in Bischweiler, wo er auch starb. Seine Dissertation "Disputatio thelogica de rege salomone peccante" erschien in Basel 1697 im Druck. Zu kurz war seine Tätigkeit in der wieder errichteten Pfarrei Lambsborn, als dassdiese tiefere Spuren dort hinterlassen hätte. "Der Plackereien müde, die sich mit dem Neuaufbau der Gemeinde ganz selbstverständlich ergaben, griff er bald wieder nach dem Wanderstab." In Lambsborn war ihm 1699 ein Sohn geboren worden, der den Namen Friedrich Daniel Balthasar erhielt. Nebenbei gilt Geissel als einer der Begründer des Pietismus in der Pfalz und hat als solcher kirchengeschichtliche Bedeutung.

Auf ihn folgte in Lambsborn Johann Heinrich Knebel, der von 1700 - 1710 amtierte. Er stammte von Eberstadt und starb 1717. Er soll ein dickköpfiger Herr gewesen sein, denn er hatte z. B. "seine Tochter ohne vorherige Erlaubnis und Proklamation, auch wider expresses Verbot kopulieren lassen". Außerdem hatte er Misshelligkeiten mit seinen Pfarrkindern, gegen die er von der Kanzel herunter ausfällig wurde. 1710 wird er "wegen seines übelen comportements ab officio removiert und cassiert", aber nach drei Jahren wieder in den Kirchendienst aufgenommen, in dem er von 1713 - 17 in Breitenbach amtierte. Innerhalb sechs Wochen musste er das Lambsborner Pfarrhaus räumen.

Im Kirchenbuch sind zwei Töchter von ihm erwähnt, von denen Christine Elisabeth als Taufzeugin am 11. Februar bei Ludwig Peter Triem in Bechhofen und am 27. Oktober 1703 bei Michael Lauer "aufm Krähenberg", am 12. Dezember 1716 bei Schulmeister Jakob Weckerling als Taufzeugin von dessen Tochter Henrica Esther genannt wird. In seiner Amtszeit fällt die endgültige Ausbesserung der Lambsborner Kirche.

Pfarrer Knebels Nachfolger wurde Johann Wilhelm Neussel, der von 1710 bis 1716 seines Amtes waltete. Er war von Bellersheim in der Wetterau gebürtig, zuerst Vikar in Sobernheim, kam dann nach Lambsborn und von da von 1716 - 1728 nach Hundsbach, dann von 1728 - 1735 in Bosenbach und starb 1735 zu Berenbach. Er war mit Anna Margaretha Morian, Tochter des Konkener Pfarrers Johann Jakob M., der aus Basel stammte und der Anna Margarethe Schwebel, Tochter des Stadt- und Landgerichtsschultheißen Philipp Jakob Schwebel auf Burg Lichtenberg und in Nohfelden verheiratet. Diese entstammt der Familie des Reformators Johannes Schwebel. Aus einer Bittschrift des Pfarrers Neussel aus dem Jahre 1712 ist zu ersehen, dass damals die Pfarrei Lambsborn ohne Güter war. "Deshalb hat er kein enziges Bund Stroh. Die hohe Herrschaft hat den großen Zehnten des Kirchspiels an sich gezogen, den die Pfarrei ehedem besass, und der Pfarrei dafür ein Fixum gegeben. Er brauch aber doch Stroh für seine geringe Viehzucht. Kaufen kann er sich keins, weil er nicht mehr als 9 Gulden Geld bekommt, welches nicht zulänglich von eine Dienstmagd."

Auf Neussel kam dann Philipp Jakob Schmidt als Pfarrer nach Lambsborn. Dieser war ein geborener Meisenheimer und Sohn des dortigen Schuhmachers Simon Jakob Schmidt und der Anna Cäcilia. Er studierte in Basel, war von 1714 - 1716 Präzeptor am Zweibrücker Gymnasium und kam von da nach Lambsborn, wo er von 1716 - 1756 amtierte. Er starb in Ernstweiler am 22. Oktober 1756 und war vermählt mit der Pfarrerstochter Maria Elisabetha Wernigk. Aus dieser Ehe hatte er eine Tochter namens Concordia Carolina, die 1731 geboren, 1755 zu Lambsborn den Pfarrer zu Winterbach, Philipp Ludwig Weizel, ehelichte. Dieser war 1750 - 53 der 2. Vikar seines Schwiegervaters. Bei seinem Amtsantritt 1716 beträgt seine Kompetenz an Geld 9 fl. aus dem Kloster Hornbach zur Hälfte und zur Hälfte von der Kirchschaffnei. An Korn 30 Mltr., an Hafer 15 Mltr., an Wein 1/2 Fuder Zweibrücker Mass und Eich; aus der Kirchschaffnei allhier die Früchte, den Wein aber von der Kellerei. - Dungäcker 3 1/2 Morgen, Heuwachs 6 Tücher, 1 Morgen Land zu Gärten, 1 Wiese zu Bruchmühlbach von einem Wagen Heu, 1 Wiese zu Bechhofen von ungefähr 2 Wagen Heu, 11 Morgen Ackerland zu Wiesbach, Heuwachs dortselbst an 4 Wagen groß Gartenland ungefähr ein zwölftel Morgen, den kleinen Zehenten wie solchen sein Antecessor genossen, den Immen- und Obstzehenten zu Lambsborn." So finden sich aus seiner Hand noch verschiedene Urkunden und Schriften im Kirchschaffneiarchiv zu Zweibrücken; am 20. Januar 1722 schreibt er "das Pfarrhaus ist verwohnt. Es muss notwendig verbessert werden, sodass ein Pfarrer auch darin wohnen und subsistieren kann. Es ist 1698 in Stand gestellet und daran bisher sehr wenig verbessert worden. Die Lambsborner lassen es an der Konversation nicht fehlen. Wären sie nicht gewesen, dann hätte der Pfarrer seine Früchte nicht erhalten können, weil das Dach baufällig war."- Die Amtszeit des Pfarrers Philipp Jakob Schmidt ist aus- und angefällt mit Rechtskämpfen und ermüdenden Kleinkriegen durch die Jahre, ja, Jahrzehnte hindurch.

1745 dreht es sich um die Pfarrhausrenovierung. 1751 um die der Kirchhofmauer und anderes mehr. Seine Vikare waren neben seinem Sohn uns späteren Nachfolger Johann Christian Schmidt der Schwiegersohn Philipp Ludwig Weitzel (1750 - 1755) und Johann Adam Neussel (1753 - 1757). Anstelle seines sich anfangs umsonst bewerbenden Sohnes hatte sich Georg Friedrich Keeb aus Bergzabern gemeldet, tauschte aber den Posten, der ihm daraufhin angeboten worden war, mit Pfarrer Schmidts Sohn Johann Christian, der am 8. Mai 1719 zu Lambsborn geboren, 1743 - 49 dort Vikar war, wie wir oben sahen; dann von 1749 - 1757 Pfarrer in Ernstweiler und endlich von 1757 - 1802 in Lambsborn, wo er auch am 10. August 1802 starb. 86 Jahre lang haben also die beiden Schmidt, Vater und Sohn die Pfarreien Lambsborn und Wiesbach versehen. Während der Amtierung des jungen Schmidt gabe es Brennholzstreitigkeiten, dann wegen des Anteils der Pfarrei an dem gemeinen Willerungsland; 1770 wurde "auf fürstlichem Grundbesitz zwischen Lambsborn und Rosenkopf der Hermannsgrunderhof errichtet", an einer Stelle, wo ehedem eine Burg gestanden haben soll. Wir lesen zu dieser Zeit von der Abschaffung der Schafzucht, Aufhebung des Zehenten durch die franz. Herrschaft, auch vom Bechhofer Lämmerzehnten. Hier beschwert sich der Pfarrer 1765 über die Gemeinde Bechhofen, die sich weigerte, den ihm zustehenden Lämmerzehnten zu entrichten. Johann Christian Schmidt war vermählt mit Sophie Magdalena Culmann. Als er 1789 krank wurde, schickte ihm Inspektor Schwarz den Kandidaten Kalbfuß, den späteren Pfarrer von Lambsborn. Dieser wurde so der Vikar von Schmidt Junior, und zwar von 1789 - 1790. Der 2. Vikar wurde dann Ludwig Peter Culmann von 1790 - 1792, der 3. Philipp Friedrich Ludwig Müller, ein geborener Odenbacher, von 1792 - 1795. Dessen Nachfolger wurde dann von 1795 - 1802 Johannes Müller, der spätere Pfarrer. Schmidts Gattin, von der er 5 Kinder hatte, war die Tochter von Pfarrer Johann Philipp Culmann aus Ernstweiler.

Wie gesagt, wurde Schmidts Nachfolger sein Vikar Johannes Müller, der aus Marth im Ostertal stammte und von 1802 - 1817 in Lambsborn amtierte. Von da kam er nach Waldmohr (1817 - 1830), dann als 2. Pfarrer und Dekan nach Kusel (1830 - 1837), wo er am 07. Mai 1837 starb. "In eine unruhige Zeit hineingeboren, war er dazu berufen, während der Franzosenherrschaft am Rhein die Ehre des deutschen Namens und der Pfälzer Pfarrerschaft würdig zu vertreten. Hochbegabt, ein Meister des Wortes, furchtlos und unbestechlich, überlegen und umsichtig in der Wahl seiner Mittel und sie zur rechten Zeit und am rechten Ort zum Einsatz bringend, leidenschaftlich, großzügig, eine geborene Führernatur, hätte er in jedem hohen und höchsten Staatsamt Hervorragendes geleistet. - Unerschrocken führte er den Kampf für die Erhaltung der kirchlichen und schulischen Einrichtungen nicht nur gegen die fremden Herrn sondern auch gegen die Engstirnigkeit und Verbohrtheit im eigenen Lager .". Schwerer als der äußere Druck dieser Zeiten war der seelische. "Napoleons Wille war auch in der Kirche Gesetz. Es waren Magddienste, die er von ihr forderte und erzwang. Alles, was unangenehm war, sollte die Kirche auf angenehme Art dem Volke beigringen, all die ungeheuren Opfer, die der fremde Herr dem bereits ausgeplünderten Lande zumutete, sollten von der Kanzel aus als notwendig, alle Absichten und Handlungen des Kaisers als rein und den edelsten und menschenfreundlichsten Beweggründen entstammend dem Volke hingestellt werden." So teilte Müller Leid und Freud mit seiner Gemeinde, "ein Führer und Seelsorger nach dem Herzen Gottes." Pfarrer Müllers Frau war Juliane Luise Christiane Euler, Tochter des Pfarrers Johann David Euler aus Altenkirchen; in Lambsborn wurden ihnen 10 Kinder geboren.

Müllers Nachfolger wurde dann von 1818 - 1824 Johann Friedrich Heinrich Kalbfuß. Dieser war am 20. Mai 1766 in Kusel als Sohn des dortigen Pfarrers Johann Michael Kalbfuß zur Welt gekommen, 1791 Vikar in Mimbach, Achtelsbach und Lambsborn und wirkte von 1791 - 1818 als Pfarrer in Altersweiler; von da kam er wieder nach Lambsborn und von 1824 - 1836 nach Frankweiler, wo er am 4. März 1836 verschied. Er war mit der Tochter des Pfarrers Abel von Ulmet, Adelheid, verheiratet seit 1765. (Ein Nachkomme dieser Pfarrersfamilie ist der bekannte Filmregisseur Friedrich Kalbfuß).

Sein Nachfolger wurde Friedrich Christian Ludwig Sauerbrey, ein geborener Homburger. Er war dort als der Sohn eines Schullehrers und späteren Kaufmanns auf die Welt gekommen und zwar am 6. März 1792. Vor seiner Lambsborner Tätigkeit war er nach dem Studium in Straßburg, Heidelberg von 1816 - 1824 Pfarrer in Hermersberg, 1824 - 35 Pfarrer in Lambsborn und starb dort am 11. Juli 1835 "an einem Blutsturz". Er war vermählt mit Eva Barbara Dreßler aus Hermersberg und besaß 4 Kinder. In seiner Amtszeit füllt die Abholzung des Heiligen- und Pfarrwäldchens, dann das furchtbare Unwetter über der Sickinger Höhe am 19. Mai 1833, beim dem am stärksten die Fluren von Lambsborn, Bechhofen, Vogelbach, Krähenberg und Kirrberg betroffen wurden. "Das entsetzliche Unglück zu mildern, erklärt sich Pfarrer Sauerbrey bereit, in Gemeinschaft mit einem notablen Bürger aus jeder der betroffenen Gemeinden Gaben aller Art, besonders für die vier am schwersten heimgesuchten Orte entgegenzunehmen." So ernannte der Landkreis als sogenannte "Schätzmänner" für Lambsborn Heinrich Jakob Kiefer und Michael Blinn, für Bechhofen Johann Ecker und Peter Trautmann und der König von Bayern bewilligte 2000 Gulden. Nach dem Tode Sauerbreys, des "wackeren Hagelpfarrers", wurde Georg Christian Stähler sein Nachfolger. Dieser stammte von Wahlsheim an der Blies (9. Januar 1807) und war der Sohn des dortigen Pfarrers. Von 1827 - 1831 studierte Stähler in Halle und Erlangen, kam dann nach Lambsborn, wo er von 1836 - 1844 amtierte. Von da ging er nach Rhodt (1844 - 1851) und wurde dann zweiter Pfarrer (1851 - 1875) und anschließend erster Pfarrer (1875 - 1879) in Kirchheimbolanden, wo er am 30. August 1879 starb. Er war mit der Apothekers-Tochter Franziska Friederika Mathilde Fleischhauer aus Nürnberg in erster Ehe und nach deren Tod in Lambsborn 1839, mit Maria Friederike Bertha von Pfeffel, Enkelin väterlicherseits von Chr. Friedr. von Pfeffel, kaiserl. franz. Staats- und Rechtskonsulent zu Paris.

Auf Stähler folgte von 1845 - 1868 Wilhelm Johann Ernst Höpffner. Er war ein Sohn des Herschberger Pfarrers, studierte in Erlangen, wurde 1833 - 1838 Vikar in Nünschweiler, dann 1839 - 1844 Pfarrer in Schmalenberg und kam von da nach Lambsborn. Anschließend amtierte er dann in Oberlustadt von 1868 - 1890, wo er am 5. September 1890 starb. Er war verheiratet mit Henriette Charlotte Barth aus Lauterecken; von ihr besaß er 8 Kinder. Höpffner war Bezirksschulinspektor und Konferenzinspektor für die Kantons Homburg und Waldmohr.

In Lambsborn wurde Johannes Haas von 1868 - 1876 der neue Pfarrer. Geboren zu Gimmeldingen 1832 als Sohn eines Winzers studierte er in Bonn, Erlangen, Heidelberg und Berlin, war von 1861 - 1876 Pfarrer in Spesbach, dann anschließend in Lambsborn und kam von da nach Limbach (1876 - 1878), wo er auch starb. Auf Haas folgte Karl August Mugler, von 1877 - 1885 in Lambsborn amtierend; zu seiner Zeit zersprang die Schulglocke der Protestanten in Bechhofen (1877) und wurde 1878 wieder durch eine neue ersetzt.

Nach Mugler kam Wilhelm Julius Scherer (1886 - 1889), auf diesen Karl August Rudolf Fischer (1890 - 1896) mit der Dannstadter Lehrerstochter Elisabeth Koob verheiratet. Unter ihm wurde das neue Schulhaus in Lambsborn fertig, die Kirche erhielt ein neues Dach und einen neuen Turmaufsatz. Karl Wilhelm Schwinn, ein geborener Bäckermeisterssohn aus Kusel, folgte ihm nach und amtierte von 1897 - 1907 in Lambsborn. Von 1908 - 1917 war dann Friedrich Wilhelm Oster der Lambsborner Pfarrer, dann von 1918 - 1924 Otto Böll, dem von 1925 - 1928 Ernst Richard Eicher folgte und von da nach Mechtersheim ging. Bis zum Aufzug des nächsten Pfarrers wurde die Pfarrei versehen von Pfarrer H. Bischoff in Mittelbrunn, Pfarrer W. Hoffmann aus Miesau, Pfarrverweser Karl Scheibenberger und Pfarrverweser Robert Weber.

Robert Leonhard Weber, geboren am 28.7.1900 in Hochspeyer (Forsthaus Hahnbrunn), Student der Forstwissenschaft in München 1920 - 1923 und der Theologie in Tübingen und Heidelberg 1924 - 1926, 1. Examen 1926, Vikar in Winnweiler, Pfarrverweser in Ratskirchen, Stadtvikar in Landau, Pfarrverweser in Meisenheim a. S., 2. Examen 1929, war vom 1. Dezember 1930 bis 10. September 1948 27. Pfarrer in Lambsborn. Ihm verdankt die Pfarrei die dreiteilige "Ortsgeschichte von Lambsborn, Dorf und Pfarrei", "Die Schulgeschichte der Prot. Pfarrei Lambsborn" und sein Tagebuch "Krieg im Westrich". Nach Ernennung von Pfarrer Leonhard Weber als Pfarrer und Dekan in Rockenhausen wurde die Pfarrei Lambsborn von Dekan i. R. Hans Battlehner bis zum 30. Oktober 1948 und anschließend von dessen Sohn Hans Battlehner bis zum 7. Februar 1949 verwest.

Seitdem ist Hans Battlehner, geboren am 27.11.1914 im Pfarrhaus zu Kirkel-Neuhäusel, 1935 - 1939 Student der Theologie in Tübingen, Marburg, Berlin, Göttingen und Heidelberg, Kriegsteilnehmer 1939 - 1945, 1. Examen 1940, 2. Examen 1947, Pfarrverweser in Theisbergstegen und Altenkirchen, 28. Pfarrer der Pfarrei.

Die architektonische Gestalt unseres Gotteshauses

Bechhofen. Wenn heute unser neues Gotteshaus seiner Bestimmung feierlich zugeführt wird, müssen wir auch einen Blick auf die architektonische Gestalt der Kirche werfen:

Vor vier Jahren bereits begannen die ersten Planungen und Bauabsichten greifbare Formen anzunehmen, so dass der Tag nicht mehr fern sein konnte, an dem wir in unserem Dorf in unsere eigene Kirche gehen können. Seit Jahrzehnten wünschten sich die Gemeindemitglieder in Bechhofen das bereits, doch immer stand der Verwirklichung des Wunsches etwas im Wege. Schwere Zeiten und finanzielle Schwierigkeiten verzögerten den Bau um Jahrzehnte. Bis jetzt endlich ein Gremium beschloss, das Werk in Angriff zu nehmen. Viel geschah in den letzten vier Jahren. Oftmals sah es aus, als sei die Erfüllung unmöglich. Zu groß waren die Hindernisse, doch alles Schwere wurde überwunden durch den unerschütterlichen Glauben der Männer und aller Gemeindeglieder an Gott und ihr Werk. Nun sind Altar und Kanzel entstanden im neuen Gotteshaus in Bechhofen. Bald wird Gottes Wort verkündet werden und neues geistliches Leben wecken in der Gemeinde.

Beim Bau der Kirche wurde auf eine architektonische Harmonie der verwendeten Materialien geachtet, die dem rustikalen Stil der Umgebung angepasst wurden. In erster Linie wurden heimische Buntsandsteine und Holz verwendet, nur tragende Elemente wurden in Sichtbeton ausgeführt. Im Stil entspricht die neue Kirche einer modernisierten frühchristlichen Basilika, die aus einer einfachen Versammlungshalle entstand. Diese klare sachliche Form wird durch die stilisierte Inneneinrichtung des Kirchenschiffes unterstrichen. Nur ein Altarfenster, zum Süden gelegen, wurde in künstlerischer Glasmalerei mit dem Pfingstmotiv von dem Pfälzer Künstler Jürgens aus Godramstein gestaltet. Seine sonstige Wirkung erhält der Innenraum von dem schweren Gestühl aus Eichen- und Lärchenholz sowie aus einer gewundenen Treppe zur Empore.

Über der Eingangstür lagert ein gewaltiger Sandsteinblock, dessen Wuchtigkeit dem östlichen Giebel sein Gepräge gibt. Der Steinblock hat ein Gewicht von vier Zentnern. Der Glockenturm ist seitlich vom Hauptbau als freistehender Campanile errichtet, der sich 33 Meter über dem Straßenniveau erhebt. Auch der Turm ist außen mit Sandsteinblenden besetzt, so dass der Eindruck der Massivität gewahrt ist. Mit dem Schiff ist der Glockenturm durch die Sakristei verbunden.

Von besonderer Bedeutung für das evangelische Gemeindeleben sind die Gemeinderäume im Untergeschoß der Kirche, die von der Germannstraße zugänglich sind. Der Gemeinderaum ist 100 Quadratmeter groß und kann abgeteilt werden. Es ist auch möglich, darin einen Kindergarten einzurichten. Damit sind die Möglichkeiten für ein kulturelles Gemeindezentrum gegeben, was zu einer weiteren Befruchtung des Gemeindelebens und engerer Verbundenheit der Menschen führt.

Die Kirche erhebt sich auf einem Hügel im Germannstal, direkt in der Ortsmitte. 210 Sitzplätze sind vorgesehen; die evangelische Bevölkerung zählt zur Zeit 928 Seelen. Der Bauplatz misst 3200 Quadratmeter. Für den Kirchenbau wurden 260 Quadratmeter benötigt. Der Rest ist für Grünflächen vorgesehen und für einen geräumigen Parkplatz, der durch eine Sandsteinmauer abgegrenzt ist. Auch für öffentliche Veranstaltungen hat der Platz eine vorzügliche Lage. Vier Jahre dauerten die Vorbereitungen und die Bauausführung. Die Kosten für den Kirchenbau werden etwa 350.000 DM betragen. Entwurf und Planung sowie die Bauleitung der neuen Kirche lag in den bewährten Händen von Architekt Friedrich Sofsky aus Bruchmühlbach und seines Schwiegersohns Dipl. Ing. Eugen Zeller, Kaiserslautern.

Friedhofskreuze in Bechhofen

Weit wie der Kirchgang der Bechhofer Katholiken war auch der letzte Gang der Toten; denn das Dorf besaß keinen Gottesacker. Erst wurden die Toten nach Lambsborn beerdigt und dann später nach Wiesbach in den "Kirch"-hof um die alte gotische Kirche.

Seit 1834 hat Bechhofen einen eigenen Friedhof. Im Pfarrgedenkbuch unserer Mutterpfarrei Wiesbach steht vermerkt: "Im Jahre 1834 den 24. September ist der Kirchhof in Bechhofen und das auf demselben stehende im besagten Jahre errichtete Friedhofskreuz feierlich durch die Herren Geistlichen Strasser in Wiesbach, Schneider in Martinshöhe und Schandein in Mühlbach eingeweiht worden. Nämlich die untere Hälfte gegen das Dorf, welches den Katholiken bei der Verteilung zufiel." Die obere Hälfte war den protestantischen Verstorbenen vorbehalten. Im Jahre 1861 wurde der Kirchhof in Bechhofen erweitert. Der erweiterte Teil wurde in demselben Jahre den 9. Juni durch die Herren Geistlichen Eckert in Wiesbach und Merz in Labach feierlich eingeweiht. Herr Pfarrer Merz hielt die Einweihungspredigt. Das Kreuz im erweiterten Friedhof stiftete 1898 Frl. Elisabetha Krämer. Beide Kirchhofkreuze sind noch erhalten.

Im Jahre 1952 wurde der Bechhofer Kirchhof zum zweiten Mal erweitert. Wirklich groß zu nennen ist die Liebe der Bewohner zu den Toten. An Blumen wird nicht gespart auf den Gräbern der Toten. Seit Dezember 1973 besitzt die Gemeinde Bechhofen einen neuen Friedhof mit Leichenhalle (1).

 

(1) Philipp Haussner, Unsere Heimatkirche. Rückblick auf die Geschichte der katholischen Kirchengemeinde Bechhofen, Diözese Speyer.

Mit einem Anhang über die geschichtliche Vergangenheit des Ortes Bechhofen von Wendelin Fischer. Speyer am Rhein 1953, S. 30 A.: "Friedhöfe" von Wendelin Fischer